Für einen Menschen beginnt das Dokumentenmanagement bei der Geburt mit einem Geburtsschein. Doch halt, das ist die falsche Bezeichnung. Das erste Dokument ist die Geburtsbescheinigung des Krankenhauses oder der Hebamme. Mit der bekommt man vom Standesamt eine Geburtsurkunde, wenn sie beantragt wird.
Beide Dokumente sollten sicher aufbewahrt werden, da sie unterschiedliche Zwecke erfüllen und in verschiedenen Situationen des Lebens benötigt werden.
Meine hier beschriebenen Dienstleistungen biete ich für das Dokumentenmanagement in Projekten an.
Was erstellt man zu welchem Zweck in welcher Phase eines Projekts?
| Lebenszyklusphase | Zweck der Dokumente | Typische Dokumentenbezeichnungen |
|---|---|---|
| 1. Planung & Ausschreibung | Projekt definieren, vergeben und rechtlich absichern | Machbarkeitsstudien, Variantenuntersuchungen, Ausschreibungsunterlagen, Leistungsverzeichnisse, technische Spezifikationen, Genehmigungsunterlagen, Verträge |
| 2. Engineering / Planung | Anlage technisch spezifizieren, um bauen zu können | Zeichnungen, Berechnungen, BIM-Modelle, Schaltpläne, Baupläne, Statik, technische Datenblätter, Spezifikationen, Prüfpläne |
| 3. Beschaffung | Komponenten auswählen, bestellen und nachverfolgen | Bestellungen, Herstellerunterlagen, Datenblätter, Zertifikate, Prüfzeugnisse, Lieferantendokumentation, Abnahmeunterlagen |
| 4. Bau / Montage | Tatsächlichen Baufortschritt dokumentieren | Bautagesberichte, Montageprotokolle, Prüf- und Messprotokolle, Qualitätsnachweise, Fotodokumentation, Planänderungen, Mängellisten |
| 5. Inbetriebnahme | Nachweisen, dass die Anlage funktionsfähig und sicher ist | Inbetriebnahmeprotokolle, Funktionsprüfungen, Messprotokolle, Abnahmeprotokolle, Prüfbescheinigungen, Testberichte |
| 6. Übergabe / Rechnungsstellung | Leistung, Vertragserfüllung und Abrechnung nachweisen | Aufmaße, Leistungsnachweise, Abnahme, Schlussdokumentation, Rechnungen, Nachträge, Zahlungsnachweise, Gewährleistungsunterlagen |
| 7. Betrieb & Instandhaltung | Anlage über Jahre und Jahrzehnte betreiben und warten | Wartungsunterlagen, Betriebsanweisungen, Ersatzteillisten, Anlagenstammdaten, Schaltpläne, Inspektionsberichte, Störungsberichte |
| 8. Umbau / Erweiterung | Veränderungen planen und den aktuellen Anlagenzustand erhalten | Änderungszeichnungen, neue Berechnungen, Umbauprotokolle, aktualisierte Pläne, Genehmigungen, Revisionsunterlagen |
| 9. Prüfungen & Compliance | Sicherheit, gesetzliche Anforderungen und Betreiberpflichten nachweisen | Wiederkehrende Prüfungen, Prüfbescheinigungen, Sicherheitsnachweise, Behördenkommunikation, Zertifikate |
| 10. Stilllegung & Rückbau | Anlage sicher außer Betrieb nehmen und zurückbauen | Stilllegungskonzepte, Rückbauplanung, Gefahrstoffdokumentation, Demontageprotokolle, Entsorgungsnachweise, Abschlussdokumentation |
Nach Punkt 6 sind alle Dokumente an den Benutzer übergeben. Das kann der externe Kunde sein oder der Betrieb in derselben Organisation.
„Was haben wir geplant, bestellt und gebaut – und können wir nachweisen, dass wir es vertragsgemäß gebaut haben?“
Nach der Übergabe ändert sich die Frage:
„Was steht tatsächlich dort, wie ist es aufgebaut, wie betreiben und warten wir es und was wird im Laufe der Jahrzehnte daran verändert?“
Im Idealfall stimmen nach einem Projektende und einer akzeptablen Übergangszeit das Projektergebnis und die Dokumentation des Ergebnisses überein.
Das Projekt erzeugt die erste Version des digitalen Gedächtnisses der Anlage oder des Produkts. Der Betrieb schreibt dieses Gedächtnis über Jahrzehnte weiter.
Inhalt und Prüfung der Dokumente
Jedes Dokument beinhaltet mindestens 3 Informationen:
Metadaten:
Daten, die den Inhalt beschreiben und verwalten, z.B.: Name und Identifikation, Zuordnung, Autor, Prüfer, Versionierung, Auffindbarkeit, Anlagen
Dokumenteninhalt, Inhaltsdaten, technische Daten, Nutzdaten:
Die eigentliche fachliche Information z.B. Vertragstext, Protokoll, Aufbau, Schaltplan, Zeichnung, Prüfbericht u. ä.
Kontext-/Beziehungsdaten:
Womit steht das Dokument in Beziehung. Auf welche Objekte, Teile oder andere Dokumente bezieht sich der Inhalt.
Prüfung der Dokumente:
In großen Projekten schreibt der Autor (Auftragnehmer) den technischen Fortschritt und berücksichtigt die ihm vorgeschriebenen Metadaten. Der Kunde (Auftraggeber) prüft die Metadaten (in Persona eines Dokumentenmanagers, einer Dokumentenmanagerin). Es erfolgen Korrekturen -falls notwendig- und das Dokument wird freigegeben und an einer vereinbarten Stelle im Dokumenten-Management-System (DMS) abgelegt.
Im nächsten Schritt wird der Inhalt, d.h. die Nutzdaten von einem Experten geprüft.
Seine Fragestellungen:
- beschreibt der Inhalt wahrheitsgemäß und vollständig den letzten Stand des Teilsystems (Zeichnung Schaltplan, Prüfberichte)?
- Ist der Inhalt vollständig genug, um auf seiner Basis die baldige Inbetriebnahme, die späteren Wartungsarbeiten und die Reparaturen in den nächsten 10…50 Jahren durchführen zu können?
In manchen Projekten teilen sich zwei Expertengruppen die Prüfung der Nutzdaten. Die Dokumentenmanager/innen prüfen den dokumentierten Stand während die anderen -das sind die Fachexperten- die Nutzdaten zum Zwecke einer späteren Wartung und Reparatur im Fokus haben.
Archivierung der Dokumente:
Bleibt am Schluss nur noch die Ablage der Dokumente an einem sicheren Ort, mit regelmäßigen Backups, damit eine reduzierte Lesbarkeit vermieden wird. Denn nur wenige Speichermedien sind mehr als 50 Jahre sicher.
Mein Angebot
Wir übernehmen die professionelle Qualitätssicherung Ihrer Dokumente.
Dazu gehören:
- Prüfung von Metadaten
- Ergänzung von Beziehungsdaten
- Kontrolle der Nutzdaten
- Strukturierte und revisionssichere Archivierung
Dadurch gewährleisten wir eine hohe Datenqualität sowie eine optimale Verfügbarkeit Ihrer Informationen in Archiven.